Aktuelles

Wahrnehmung der Vielfalt im Wandel

Vielfalt gänzlich zu verstehen ist ebenso herausfordernd, wie dessen Grenzen zu verstehen. Nachdem Forschungsergebnisse von Alice Wu einige schockierende Einblicke ans Licht brachten, reagierten US-amerikanische Ökonomen mit unterschiedlichen Vorgehen. Zunächst einmal veröffentlichte die AEA eine Umfrage bezüglich des Arbeitsklimas unter ihren Mitgliedern, um die Verbreitung von unangemessenen Verhaltensweisen zu erforschen und herauszufinden, was genau diese als unangemessen definieren. Des Weiteren hat die AEA das Internetforum EconSpark eröffnet, um Aufmerksamkeit und Nutzungsintensität von EconJobMarketRumors abzulenken, da EconSpark im Gegensatz zu EJMR ein sicheres und ermutigendes Umfeld durch Transparenz kreiert. Ungeachtet dieser Maßnahmen waren die Treffen der AEA 2019 in Atlanta äußerst reich an Forschung, die die Wurzeln der Diskriminierung und die Barrieren der Vielfalt analysierte. Die vorgestellten Publikationen dieser Forschungsagenda komplementierten die allgemeinhin vorhandenen Thematiken der Makroökonomie, Mikroökonomie, Wirtschaftstheorie, Ökonometrie und die stets dringliche Unsicherheit über das Schicksal der US-amerikanischen Wirtschaft. Die Diskussionen umfassten nicht nur direkte empirische und experimentale Beweise bezüglich Diskriminierung und Vielfalt: in einigen Zusammenkommen diskutierten die führenden Köpfe der Wirtschaftswissenschaften, wie der Berufsstand stimulierende sowie entmutigende Feindseligkeit während Seminaren, den extremen Wettbewerbsgedanken und andere indirekte Mechanismen beseitigen kann, die Frauen und andere Minderheiten von der Ökonomie abhalten.

Unser Vortrag befasste sich mit den Mechanismen hinter der Geschlechtervielfalt im Vorstand und Aufsichtsrat von kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Es ist bekannt, dass Börsenunternehmen mit Frauen im Aufsichtsrat eine höhere Vielfalt erlangen wenn die Mitglieder des Vorstands gewählt werden. Unsere Studie zeigt, dass dieser Mechanismus nur bei Börsenunternehmen greift: die Firmen, die nicht unter öffentlicher Prüfung durch die Aktionäre stehen, haben viel weniger Frauen im Aufsichtsrat und viel mehr Frauen im Vorstand, ceteris paribus.