Wenn man einem Verein beitritt oder Mitglied einer Organisation wird, die die eigenen Interessen vertritt, dann ist zu erwarten, dass die Zufriedenheit ansteigt. Wenn man diese grundsätzliche Überlegung auf Gewerkschaften anwendet, mündet sie in der Hypothese, dass Gewerkschaftsmitglieder eine höhere Arbeitszufriedenheit aufweisen als ansonsten hinsichtlich Alter, Qualifikation und persönlichen Umständen vergleichbare Nicht-Mitglieder. Überraschenderweise zeigen frühe empirische Analysen der Beziehung zwischen Gewerkschaftsmitgliedschaft und Arbeitszufriedenheit für angelsächsische Länder genau das Gegenteil. Mitglieder einer Arbeit sind weniger zufrieden mit ihrer Arbeit. Dieser Gegensatz zwischen theoretisch begründeter Erwartung und empirischer Evidenz hat eine Debatte ausgelöst, die bereits fast ein halbes Jahrhundert andauert und in den letzten Jahren wieder intensiver geworden ist.
In ihrer Studie mit dem Titel Job Satisfaction and Trade Union Membership in Germany, die in der Zeitschrift Labour Economics erscheint, untersuchen Laszlo Goerke und Yue Huang vom IAAEU und dem Lehrstuhl für Personalökonomik den Zusammenhang vor dem Hintergrund der hiesigen industriellen Beziehungen. Bis jetzt gibt es noch keine umfassende Untersuchung der Thematik für Deutschland. Goerke und Huang finden ebenfalls einen negativen Zusammenhang zwischen Gewerkschaftsmitgliedschaft und Arbeitszufriedenheit. Wenn sie allerdings berücksichtigen, dass bestimmte Beschäftigte stärker ausgeprägte Interessen haben, einer Gewerkschaft beizutreten und Eigenschaften aufweisen, die eine Mitgliedschaft attraktiver machen, verschwindet die zuvor beobachtete negative Korrelation. Somit ist vorstellbar, dass Beschäftigte, die eine kritischere Einschätzung ihrer Arbeitsbedingungen haben, und daher eine geringere Arbeitszufriedenheit aufweisen, eher in eine Gewerkschaft eintreten, um ihre Situation zu verbessern. Aber selbst wenn pessimistische Beschäftigte eher in Gewerkschaften eintreten, ist zu erwarten, dass sie schlussendlich davon profitieren und ihre Arbeitszufriedenheit ansteigt.
Die Frage, warum sich diese Erwartung nicht in den empirischen Resultaten widerspiegelt, können Goerke und Huang mit ihrer Analyse allerdings nicht beantworten. Dafür bedarf es weiterer Untersuchungen, über die wir hier berichten werden, sobald sie verfügbar sind.
In ihrer Studie mit dem Titel Job Satisfaction and Trade Union Membership in Germany, die in der Zeitschrift Labour Economics erscheint, untersuchen Laszlo Goerke und Yue Huang vom IAAEU und dem Lehrstuhl für Personalökonomik den Zusammenhang vor dem Hintergrund der hiesigen industriellen Beziehungen. Bis jetzt gibt es noch keine umfassende Untersuchung der Thematik für Deutschland. Goerke und Huang finden ebenfalls einen negativen Zusammenhang zwischen Gewerkschaftsmitgliedschaft und Arbeitszufriedenheit. Wenn sie allerdings berücksichtigen, dass bestimmte Beschäftigte stärker ausgeprägte Interessen haben, einer Gewerkschaft beizutreten und Eigenschaften aufweisen, die eine Mitgliedschaft attraktiver machen, verschwindet die zuvor beobachtete negative Korrelation. Somit ist vorstellbar, dass Beschäftigte, die eine kritischere Einschätzung ihrer Arbeitsbedingungen haben, und daher eine geringere Arbeitszufriedenheit aufweisen, eher in eine Gewerkschaft eintreten, um ihre Situation zu verbessern. Aber selbst wenn pessimistische Beschäftigte eher in Gewerkschaften eintreten, ist zu erwarten, dass sie schlussendlich davon profitieren und ihre Arbeitszufriedenheit ansteigt.
Die Frage, warum sich diese Erwartung nicht in den empirischen Resultaten widerspiegelt, können Goerke und Huang mit ihrer Analyse allerdings nicht beantworten. Dafür bedarf es weiterer Untersuchungen, über die wir hier berichten werden, sobald sie verfügbar sind.