Aktuelles

Neue Studie zum Einfluss unzensierter Berichterstattung auf Umweltpräferenzen

In einem neuen Artikel im Journal of Environmental Economics and Management (JEEM) untersucht Dr. Sven Hartmann (IAAEU & Universität Trier), wie der Zugang zu unabhängigen Informationen das Umweltbewusstsein und das Handeln von Individuen langfristig prägt.

Die Studie nutzt ein natürliches Experiment in der ehemaligen DDR: Während die staatlichen Medien Umweltverschmutzung oft als „Nebel“ verharmlosten, berichtete das West-Fernsehen transparent über ökologische Probleme. Da der Empfang von West-TV geografisch bedingt war, lässt sich der kausale Effekt dieser Berichterstattung isolieren.

Die zentralen Ergebnisse zeigen, dass der Zugang zu unzensierten Medien zu einer signifikanten und anhaltenden Steigerung der Umweltsorgen führte. Dies äußerte sich nicht nur in Einstellungen, sondern auch in konkretem Verhalten: Bürger in Regionen mit West-TV-Empfang beteiligten sich häufiger an Umweltorganisationen und verfassten mehr Beschwerdebriefe über lokale Verschmutzung an DDR-Behörden. Diese Auswirkungen hielten auch nach der Wiedervereinigung an und zeigten sich in höheren Stimmenanteilen für die Grünen bei den ersten Bundestagswahlen.

Die Arbeit verdeutlicht die fundamentale Rolle freier Medien für den Abbau von Informationsbarrieren.

Der Artikel ist als Open Access erschienen: Hartmann, S. A. (2026). Fog or smog? The impact of uncensored reporting on pollution on individuals’ environmental preferences. Journal of Environmental Economics and Management, 138, 103325.